Am Sonntag Abend, 30.9.: Vortrag und Buchvorstellung von Tobi Rosswog.

Kritik an Arbeit in Hinblick auf Nachhaltigkeit oder: Jenseits der Arbeit hin zu einer radikal nachhaltigen Post-Work-Gesellschaft

Seit 1972 und damit dem Bericht des Club of Rome ist mittlerweile allen bewusst, dass es auf einem begrenzten Planeten kein unendliches Wachstum geben kann. Die Wachstumslogik wird dank der degrowth Bewegung immer mehr hinterfragt. Das gut und wichtig. Allerdings fehlt dabei etwas entscheidendes: Wir stellen die Arbeitslogik nicht in Frage, die mit ihrem Produktivitäts- und Beschäftigungsfetisch dafür verantwortlich ist, dass destruktive Arbeit weiterhin legitimiert und praktiziert wird. Das Arbeitsplatz-Argument a la „Hauptsache es gibt Arbeitsplätze“ blendet alle. Egal, ob Du mit Deiner Arbeit im Kohlekraftwerk dem Klimawandel ordentlich einheizt oder in Großunternehmen andere Menschen global ausbeutest – es spielt keine Rolle. Die ökosoziale Perspektive wird im Namen der angeblich doch so notwendigen Arbeit außer Acht gelassen und vollkommen ignoriert. Dabei sollte allen klar sein: Auf einem toten Planeten gibt es keine Arbeitsplätze. In diesem Workshop nähern wir uns dem Zusammenhängen zwischen Arbeit und Umwelt, Gesundheit, Soziales und vielem mehr. Wir laden ein sich Gedanken jenseits des Arbeitsfetisch hin zu einer radikal nachhaltigen Post-Work-Gesellschaft zu machen und praktisch zu werden.
Wir stellen uns Fragen: Was macht Arbeit mit uns? Was macht Arbeit mit der Welt? Und: Warum arbeiten wir? Wie schaffen wir den Spagat zwischen Arbeit und Engagement? Und ganz wichtig: Wie können Lebensmodelle aussehen, ohne Arbeit zu leben?

Referent: Als Aktivist, freier Dozent und Initiator ist Tobi Rosswog für die sozial-ökologische Transformation unterwegs. Mit all seiner Zeit und Energie setzt er sich für den Wandel ein – hinzu einer Gesellschaft jenseits von Arbeit, Eigentum und Geld. Seit zehn Jahren ist er in diesem Sinne aktiv und lädt in rund 100 Vorträgen im Jahr zum Perspektivwechsel ein. Unter anderem initiierte er die Bewegung living utopia, das BildungsKollektiv imago und das Kollektiv für gelebte Utopie mit, um diese Ideen praktisch erfahrbar zu machen. Sein neues Buch „After Work“ erscheint im oekom Verlag.

Erscheint am 1. Oktober 2018